Brothers

Ich kann bestimme Arten von Filmen nicht ausstehen. So verstehe ich absolut nicht den Hype um Fast and The Furious und mag Darsteller wie Jason Steham oder Sylvester Stallone aus dem bestimmten Grund nicht, dass ich sie nur in Actionfilmen sehe und ich nicht an ihr schauspielerisches Können glaube. Dann gibt es wiederum auch Filme, die ich immer wieder sehen kann. Dramen. Authentische Liebesfilme. Psychothriller. Gibt mir einen solchen Film und ich bin begeistert. Das alles vereinbart der Film „Brothers“ vom Regisseur Jim Sheridan und Drehbuchautor David Benioff, der auf dem dänischen Film Brodre basiert.

 

GESCHICHTE

 

Als das Flugzeug bombardiert wird, indem Marine und Zweifachvater Sam (Tobey Mcguire) sitzt, glaubt seine Familie um seine Frau Grace (Natalie Portman) an seinen Tod und schafft es kaum damit fertigzuwerden. Doch durch den Ex-Einbrecher und Sams Bruder Thommy (Jake Gyllenhall) wird die kleine Familie mit den beiden Töchtern Isabelle (Kinderstar Bailee Madison) und Maggie zusammengehalten, wodurch sich Grace und Thommy immer näherkommen. Thommy selbst schafft es dadurch, sein Leben unter den Griff zu bekommen und seine Fehler aus der Vergangenheit gutzumachen sowie die Beziehung zu seinem Vater Hank (Sam Elliot) zu kitten.                                                                                                 Sam derweil ist nicht tot, sondern befindet sich in Gefangenschaft von afghanistanischen Gangsterbossen und durchlebt eine Zeit voller Folter, Angst und Brutalität, in der er selbst etwas Unvorstellbares tun muss, um sein Leben zu retten. Durch Zufall wird er gerettet- und fühlt sich fremd in seiner Familie, die auch ihn kaum wiedererkennt. Dafür gibt er seinem Bruder die Schuld...

 

Achtung Spoiler!

 

KRITIK 

 

Um es vorneweg zu nehmen, ich mag Tobey Maguire nicht und ich weiß selbst nicht wirklich warum- ist es seine Art, sein Aussehen oder generell sein Schauspielern; ich finde ihn immer ein bisschen over- the- top und finde seine Mimik vor allem immer... merkwürdig. Jack Gyllenhall und Natalie Portman vor allem mag ich jedoch sehr und deswegen habe ich dem Film eine Chance gegeben- und wurde sehr überrascht.

Ich hatte mir eigentlich ausgemalt, wie der Film abzulaufen hätte und hatte mich auf einen gemütlichen Fernsehabend eingestellt, aber der Film ist nichts als nur ein einfaches Drama, wie es vielleicht der Inhalt glauben macht. Die Beziehung der beiden Brüder steht nicht im Vordergrund, es steht auch nicht die Dreiecksbeziehung zwischen den Hauptcharakteren im Vordergrund, sondern eigentlich das Schicksal von Sam, was ich nie geglaubt hätte. Gefangen genommen in Afghanistan, keine Chance auf Flucht, die ständige Angst zu sterben- das raubt seinem Mitgefangenen Joe (Patrick Flueger) den Verstand und die Kontrolle über sich selbst, sodass er ständig gefoltert wird. Sam hingegen bleibt die meiste Zeit kalt und reagiert nicht auf die Psychospielchen seiner Peiniger. Alle Szenen hier sind beklemmend und kaum anzusehen, vor allem aufgrund Tobey Maguires unglaublichen Spiel- und das gebe ich als bekennende Hasserin von ihm zu. Er macht einem mit jeder Szene immer mehr Angst, obwohl er selbst das Opfer ist. Die Szene, in der er Joe umbringen muss, um am Leben zu bleiben ist absolut schrecklich. Intensiv gespielt und herzzerbrechend. Ich hab mich an dieser Stelle gefragt, ob ich selbst in der Lage wäre, das Leben von jemandem anderen für meines herzugeben und ob ich selbst mit diesem unglaublichen Druck und dieser schrecklichen Situation klargekommen wäre. Der Film löst damit ethische Fragen aus und ist damit noch eine Stufe mehr beklemmender und nimmt  so auch viele Psychothriller- Elemente ein.

Diese Elemente stehen im krassen Gegensatz zu den Szenen in Minnesota, wo das Leben nach Sams vermeintlichen Tod seinen gewohnten Gang weitergehen muss und hier ist es reines Familiendrama und zuweilen auch Komödie. Die Annäherung zwischen Grace und Thommy ist nicht so groß, wie ich dachte, was aber eigentlich genau richtig verläuft- sie brauchen beide eigentlich Halt, als sie die Liebe ihres Lebens und den Bruder verlieren und stützen sich eigentlich nur. Thommy verändert sich auch stark während des Films- kann man anfangs kaum für den ständig betrunkenen Typen sympathisieren, ändert sich das nach und nach, vor allem, wenn man in Kombination mit Isabelle und Maggie sieht. Beiden Darstellerinnen kann man für ihr zartes Alter hoch anrechnen, diese Bannbreite an Emotionen darzustellen, so zu berühren und dabei verdammt süß zu bleiben. Vor allem Bailee Madison spielt grandios und ist nicht ohne Grund ein gefragter Kinderstar. Natalie Portman spielt gewohnt perfekt- dazu braucht man nicht mehr zu sagen. 

So richtig intensiv wird der Film aber, als Sam zurückkehrt und unter einem Posttraumatischen Syndrom leitet, was ihn zu Paranoia führt (so glaubt er, dass Thommy und Grace ihn betrügen würden), zu Zwangsstörungen und schnellen Stimmungsschwankungen. Der Film verurteilt Sams Verhalten aber nicht und ich konnte als Zuschauer selbst es nicht, obwohl man sah, wie der Rest seiner Familie litt, vor allem seiner älteren Tochter Isabelle und Grace. Sams Verhalten ist für sie unverständlich, er selbst hält alles um sich herum unverständlich. Dieses, leider viel zu oft vorkommende Verhalten bei rückkehrenden Soldaten, wird großartig inszeniert und sorgt für dramatische Szenen. Tobey Maguire kann hier einmal mehr zeigen, dass er ein richtig guter Schauspieler ist und als er sich endlich seiner Schuld stellt, hofft man, dass diese Familie es durch diesen Sturm schafft. Zu wünschen wäre es ihnen.

 

FAZIT

 

Es gibt eigentlich nichts Negatives über den Film zu berichten- beide Handlungsstränge sind dramatisch, aber auf jeweils ihre eigene Weise und werden ideal zusammengeführt. Der Film schafft es dabei auf zwei verschiedenen Ebenen zu spielen und diesen Spagat mühelos zu schaffen. Wenn es einen negativen Punkt gäbe, dann vielleicht, dass der Film mit 105 min viel zu kurz ist und noch um einiges gestreckt hätte werden können.  Dafür aber sehen wir Natalie Portman, Tobey Maguire und Jake Gyllenhall grandios aufspielen und dazu noch eine meiner Lieblingsschauspielerinnen Carey Mulligan in einer winzigen Nebenrolle als trauernde Witwe. 

 

                                                                                                                                                

4.1.14 13:52

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