Momentaufnahmen in einer Gallerie

Lang, lang ists her...

Aber es ist einfach sehr viel passiert, so vieles, dass ich damit nicht fertig werden würde zu berichten.


Mit meinem Leben wars in den letzten Monaten wie mit einer Schneekugel- jedes Ereignis repräsentiert durch eine Flocke und alles flog durcheinander, keine Flocke konnte festgehalten werden. Sie waren widerspenstig, diese Flocken und leicht und schwerelos und heute, ein paar Monate nach meinem letzten Blogeintrag, haben sie sich zu einem kleinen Haufen zusammengetragen. Doch ich weiß, es dauert nicht mehr lange, dann hebt jemand meine Schneekugel auf und schüttelt sie wieder und das altbekannte Chaos ist zurück. Deswegen nutze ich diese Gelegenheit, um in diesem Moment der Ruhe und des Tagträumens mein Leben in den letzten Monaten festzuhalten.

Wäre ich ein Fotograf und würde mein Leben dokumentieren, wären Fotos wie diese zustande gekommen:

- Ein Riss, der fein säuberlich sich an meiner Brust ausbreitete und trotz seiner geringen Größe, blutet.

-Ein Lächeln, das mehr schmerzt als der Riss an sich. 

-Eine Narbe, die nun statt diesen Risses sich auf meiner Brust befindet und langsam heilt

-Ein Computer, an dem ich lange und wach sitze, die Finger schmerzend vom vielen Schreiben.

-Der letzte Schnee, der sich fein säuberlich auf grünen Grashalmen und Frühlingsblumen legt

-Ein paar rote Augen, das meinen betrunkenen Blick in einer dunklen Nacht erwiderte

-Farben und Gesichter die durcheinander strömen, auf und abschwingen, pulsieren, beben

-Ein Handy, das mit wenig Akku und an einem Dienstag die Erlösung bietet.

 -Eine sternenklare Nacht und Gestalten von ehemals Fremden, die durch den Mondenschein hasten

-Paris in der Nacht vom Eifelturm aus; die Erkenntnis, dass Menschen durch solche Dinge verbunden werden, aber gleichzeitig diese Verbundenheit nicht wahrnehmen.

-Ein einsames Hotelzimmer, in das orangenes Licht fällt.

-Ein einsamer Bahnhof, auf dem eine Gestalt selbstverloren und glücklich tanzt. 

-Ein kleiner See, auf dem zwei Schwäne zwei neu entdeckte beste Freunde beobachten 

-Eine Ohrfeige, die sich auf meine Wange niederlegt.

-Meine Ohrfeige, die die andere Wange berührt und eine Grenze entstehen lässt.

-Zwei paar Schaukeln und eine neue Verbundenheit in der Dämmerung.

-Ein Sommertag, ich mit den Computern auf den Beinen im Zimmer und darin bestärkt, zu leben. 

 

Wer weiß, was für Momentaufnahmen ihr alle dort draußen gerade entwickelt, welche Fotos sich den Weg durch euer Herz in euer Gedächtnis bahnen und dort unwiderruflich eingerahmt werden; eine Gallerie eures Lebens.

Meine Gallerie hat begonnen die düsteren Bilder abzuhängen und will stattdessen nun bunte, expressive Bilder in allen Farben des Regenbogens aufhängen- wer weiß, vielleicht bekommt ihr bald wieder die Gelegenheit, einen Einblick in sie zu erhaschen.

 

Sincerely,

 

Lux 

31.5.14 16:39

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